Arbeitsgruppe Soziale und transkulturelle Psychiatrie und Psychotherapie
Leitung: Prof. Dr. med. Iris Tatjana Graef-Calliess
Prof. Dr. med. Iris Tatjana Graef-Calliess
Ärztliche Direktorin
Schwerpunkte
Sozialpsychiatrische Versorgungsforschung hinsichtlich soziokultureller Einflüsse auf seelische Erkrankungen und im Hinblick auf Versorgung unter Beachtung aktueller Ansätze der Bedürfnisorientierung, Lebensqualität und Partizipation sowie unter Berücksichtigung von Resilienz, Ressourcen und sozialer Unterstützung.
- Interkulturelle Öffnung des psychiatrisch-psychotherapeutischen Versorgungssystems, interkulturelle Psychiatrie und Psychotherapie, Traumatisierung bei Geflüchteten, Akkulturationsprozesse und Identitätsentwicklung, public and global mental health
- Qualitätsindikatoren psychiatrisch-psychotherapeutischer Versorgung, Ambulantisierung und Flexibilisierung traditioneller Versorgungssettings, Haltung (u. a. zur Reduktion von Zwang und Gewalt), geschlechtersensible Aspekte in Psychiatrie und Psychotherapie
- Unternehmenskultur, Führungskompetenz, Nachwuchsqualifikation, change management, diversity management,
Forschungsorganisation, Drittmittel, Doktoranden
Hintergrund
Als eine Betrachtungs- und Arbeitsweise des Fachgebiets Psychiatrie und Psychotherapie stehen bei der Sozialpsychiatrie besonders die sozialen Faktoren und Ursachen psychischer Störungen im Vordergrund, mit dem Ziel Ansätze und Konzepte zum Aufbau von dezentralen, partizipativen Versorgungsstrukturen zu entwickeln und diese in die Praxis umzusetzen. Sie betont ein ganzheitliches Verständnis von Krise und Erkrankung und versucht, soziale Ausgrenzung und Stigmatisierung der betroffenen Menschen und ihrer Angehörigen zu vermeiden sowie neben den Beeinträchtigungen auch die Ressourcen einzubeziehen. Zusätzlich werden psychische Krisen und Erkrankungen als subjektiv sinnhafte und verstehbare Erlebnisse betrachtet, für die es in besonderem Maße gilt, individuelle Lösungen zu entwickeln. In diesem Zusammenhang nimmt auch die Berücksichtigung von Intersektionalität, also Einflüssen von race, gender, culture etc. bei diesem Fachgebiet einen entscheidenden Stellenwert ein.
Ein Forschungs- und Arbeitsgebiet der Sozialpsychiatrie stellt die Sicherstellung und Verbesserung der Versorgung von Migrant*innen mit psychischen Erkrankungen dar. Mehr als jede vierte in Deutschland lebende Person hat heute einen Migrationskontext, wobei diese Personen aufgrund unterschiedlicher Herkunftsländer und Einbettungen in verschiedene kulturelle, soziale bzw. sozioökonomische Kontexte eine sehr heterogene Gruppe darstellen. Psychisch erkrankte Personen mit Migrationskontext benötigen eine auf sie abgestimmte psychiatrisch-psychotherapeutische Versorgung, die mit entsprechend professioneller interkultureller Kompetenz ihre besondere Lebenssituation berücksichtigt.
Mögliche sprachliche und kulturelle Verständnisschwierigkeiten als auch strukturelle Barrieren können für Betroffene sowie Angehörige den Zugang zum (psychiatrisch-psychotherapeutischen) Gesundheitssystem erschweren. Dieser Umstand kann einerseits zu einem erhöhten Risiko für fehlerhafte Anamnesen sowie daraus folgende Diagnosen und Behandlungen beitragen andererseits auch zu Unterdiagnostizierung und Nichtbehandlung führen. Der Einbezug individueller Erklärungsmodelle zum Verständnis von Gesundheit und Krankheit sowie die Berücksichtigung sprachlicher, kultureller, sozialer als auch struktureller Faktoren könnten entscheidend zu einer Verbesserung der Versorgung beitragen. Trotz zahlreicher Fortschritte in der psychiatrisch-psychotherapeutischen Versorgung psychisch erkrankter Personen mit Migrationskontext ist das Gesundheitssystem bislang nur eingeschränkt in der Lage, eine angemessenen Zugang zu und Durchführung von Behandlungen für diese Patient*innengruppe zu gewährleisten.
Schwerpunkte
Ziel dieser Forschungsgruppe ist zum einen soziale Faktoren und zugehörige Ursachen psychischer Störungen zu untersuchen, insbesondere bei besonders vulnerablen bzw. hoch belasteten Gruppen. Zum anderen mittels konkreter Ansätze und Maßnahmen einen Einbezug in das psychiatrisch-psychotherapeutische Versorgungssystem vorzunehmen. Themen- / Forschungsschwerpunkte sind:
- Symptom-, Behandlungs- und Versorgungserleben auf Ebene von Betroffenen und Behandler*innen in Abhängigkeit spezifischer individueller Merkmale und Faktoren wie Geschlecht und Gender, sozialer Kontext und soziale Bedingungen, Teilhabe, sprachliche, kulturelle und sozioökonomische Gegebenheiten etc.
- Faktoren und Maßnahmen, die zu einer Stabilisierung bei chronifizierten psychischen Erkrankungen bzw. severe mental illness (SMI) beitragen und Implikationen zur Umgestaltung von Versorgungsstrukturen bei SMI geben
- Wirkung von interkultureller Öffnung, stepped-care Ansätzen sowie schnittstellenübergreifender Versorgung auf eine Reduktion des sogenannten treatment gap bei Migrant*innen und Geflüchteten
Laufende Projekte
Frauke Baller
Hintergrund: Schätzungsweise 230 Millionen Mädchen und Frauen sind Stand 2024 weltweit von weiblicher Genitalverstümmelung/weiblicher Genitalbeschneidung betroffen. Davon leben etwa 600.000 in Europa, ca. 100.000 in Deutschland mit steigender Tendenz.
Die möglichen körperlichen Folgen von FGM sind bereits ausführlich beschrieben worden.
Über die psychischen Folgen gibt es hingegen lediglich vage Beschreibungen. Angststörungen, Depressionen, Schmerzstörungen und Posttraumatische Belastungsstörungen seien möglich.
Forschungsfrage: Ziel der Studie ist es daher herauszufinden, welche Art von Behandlungen in welcher Form sich betroffene Frauen selbst in Deutschland wünschen, um diese Wünsche, Vorstellungen und Erwartungen dann mit den Möglichkeiten professioneller Behandler*innen in Deutschland abzugleichen und daraus Behandlungsempfehlungen zu entwickeln.
Methode: Multi-method design
Ethikvotum: Ethikkommission der Medizinischen Hochschule Hannover
Fabienne Führmann
Hintergrund: In Deutschland bestehen weiterhin Defizite bei ambulant aufsuchender psychiatrisch-psychotherapeutischer Krisenintervention und der nachgehenden multidisziplinären Komplexbehandlung bei schwer und chronisch psychisch erkrankten Menschen. GPZs sind ambulante psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlungs- und Unterstützungsangebote, welche sich gezielt an schwerst-erkrankte Betroffene richten, die aufgrund vieler Hürden im Versorgungssystem bisher nicht, ungenügend oder falsch versorgt sind. Ein multiprofessionelles ambulantes Team gebildet aus Mitarbeitenden einer psychiatrischen Institutsambulanz der Sektorversorgungsklinik und dem Sozialpsychiatrischen Dienst formt die Basis dieses Behandlungsangebots, welches sich an das funktionale Basismodell nach Steinhart anlehnt. Darüber hinaus werden ein niederschwellig-integratives tagesklinisches Angebot sowie viele weitere Kooperationen mit lokalen komplementären Leistungserbringern zur individuellen und bedarfsgerechten Unterstützung, Behandlung und Begleitung zur Verfügung gestellt.
Forschungsfragestellung: Kann durch die Implementierung eines GPZs in der Regelversorgung die ambulante Versorgung schwerst-erkrankter Betroffener im Vergleich zur regulären ambulanten Behandlung durch bereits bestehende psychiatrische Institutsambulanzen verbessert (u.a. Reduktion von Gesundheitskosten, Verbesserung der Partizipation und Teilhabe innerhalb der Gemeinde sowie der Lebenszufriedenheit)?
Methode: Eine quantitative Evaluation der Ergebnisqualität der Implementierung eines GPZs im Rahmen der Regelversorgung zu 4 Messzeitpunkten im Vergleich zur regulären ambulanten Behandlung durch bereits bestehende psychiatrische Institutsambulanzen. Hierbei werden sowohl die Betroffenen als auch Behandler zu den einzelnen Messzeitpunkten über zwei Jahre mit einer Fragebogenbatterie befragt.
Ethikvotum: Ethikkommission der Medizinischen Hochschule Hannover Nr. 11551_BO_K_2024.
Aktueller Stand: Beginn der Datenerhebung im November 2024
Vera Mohwinkel
Hintergrund: Migration stellt im Leben betroffener Personen ein einschneidendes Erlebnis dar. Mit dem Migrationsprozess einhergehende Stressoren können eine erhöhte Vulnerabilität für psychische Erkrankungen bedingen. In einigen Bereichen zeichnet sich eine sog. treatment gap ab: trotz erhöhter psychiatrischer Morbidität werden entsprechende Versorgungsangebote von Migrant*innen unterdurchschnittlich frequentiert, wofür unter anderem sowohl strukturelle und kulturelle als auch migrationsspezifische Barrieren verantwortlich gemacht werden. Die interkulturelle Öffnung des Gesundheitssystems gilt als zwingende Voraussetzung um Zugangsbarrieren abzubauen und die regelhafte Teilhabe von Personen mit Migrationskontext an der psychiatrisch-psychotherapeutischen Regelversorgung zu fördern. Aktuelle, belastbare Zahlen zur tatsächlichen Versorgungssituation und dem Inanspruchnahmeverhalten von Personen mit Migrationsgeschichte existieren nicht, sind jedoch eine erforderliche Voraussetzung, um den derzeitigen Status quo der interkulturellen Öffnung zu quantifizieren, fortbestehende Bedarfe aufzudecken und davon ausgehend zielgerichtete Maßnahmen ableiten zu können.
Forschungsfragestellung: Ziel des Forschungsprojekts ist eine systematische und umfassende Erhebung der interkulturellen Öffnung des krankenhausbezogenen psychiatrisch-psychotherapeutischen Versorgungssystems in Deutschland.
Methode: In Teilstudien (mixed-methods) werden Zahlen zur Inanspruchnahme entsprechender Versorgungsangebote durch Personen mit Migrationsgeschichte erfasst, Patient*innen zu ihren bisherigen Behandlungserfahrungen und –bedürfnissen befragt und der Implementierungsstand von Maßnahmen zur interkulturellen Öffnung erhoben.
Beata Trilesnik, Thomas Stompe, Sophie D Walsh, Thomas Fydrich, Iris Tatjana Graef-Calliess
Hintergrund: In dieser populationsbezogenen Studie wird die Gruppe der jüdischen Migrant*innen aus der ehemaligen Sowjetunion (SU) in drei Aufnahmeländern, nämlich Deutschland, Österreich und Israel, und die Gruppe der nicht migrierten jüdischen Personen in einem Herkunftsland, Russland, untersucht.
Forschungsfragestellung: Das Hauptziel der Studie ist die vergleichende Analyse (1) der psychischen Gesundheit dieser Migrant*innengruppe (gemessen als Depressivität, Ängstlichkeit, Somatisierung und Lebensqualität) im jeweiligen Aufnahmeland mit der jeweiligen Kontrollgruppe ohne Einwanderungsgeschichte sowie (2) der psychischen Gesundheit dieser Migrant*innengruppe in den unterschiedlichen Aufnahmeländern und im Herkunftsland. (3) Des Weiteren werden die Effekte folgender Faktoren auf die psychische Gesundheit der Migrant*innen erforscht: der Akkulturationseinstellung der Migrant*innen und der Aufnahmegesellschaft, der Religiosität, der Diskriminierungs- und Antisemitismuserfahrungen der Migrant*innen sowie der Fremdenfeindlichkeit und des Antisemitismus im Herkunfts- und Aufnahmeland
Ethikvotum: Medizinische Hochschule Hannover
Geplante Schritte: Weitere Publikationen
Vorläufige Ergebnisse: (1) Es finden sich Unterschiede in der psychischen Gesundheit zwischen der Migrant*innen- und Kontrollgruppe in Deutschland und in Österreich, jedoch keine Unterscheide in Israel. (2) Das deutsche und das österreichische Migrant*innensample sind stärker psychisch belastet als das Israelische. Die Juden in Russland sind stärker psychisch belastet als Migrant*innen in allen drei Aufnahmeländern. (3) Charakteristiken des Aufnahmelandes und andere Faktoren beeinflussen die psychisch Gesundheit der Migrant*innen.
Halyna Kachur
Hintergrund: Verschiedenen Schätzungen zu Folge hat Deutschland seit März 2022 mehr als 1,1 Millionen Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine aufgenommen. Die hohe Netzabdeckung und der einfache Zugang zum Internet ermöglichen es Geflüchteten, sich schnell über die Geschehnisse in ihrem Heimatland und sogar in ihrer Stadt zu informieren. Sie können auch ständig mit ihren Verwandten in Kontakt bleiben, die in ihrem Herkunftsland geblieben sind und dort täglich Gefahren ausgesetzt sind.
Forschungsfragestellung: Je nachdem, wie diese Personengruppe das Internet nutzt, kann dies ein breites Spektrum an Folgen haben – sowohl negative Auswirkungen (auf die psychische Gesundheit, das Wohlbefinden und den Integrationserfolg) als auch positive Effekte, die das Wohlbefinden stärken (z. B. Unterstützung bei der Aufrechterhaltung eines Zugehörigkeitsgefühls, der Autonomie usw.).
Das Hauptziel der Studie ist es, zu untersuchen, wie Geflüchtete Online-Medien nutzen und wie sie davon beeinflusst werden. Darüber hinaus sollen Empfehlungen für die psychosoziale Unterstützung von Geflüchteten entwickelt werden, unter Berücksichtigung dieses Post-Migrationsfaktors.
Geplante Schritte: Um zu erforschen, wie Geflüchtete Online-Medien genau nutzen und wie diese auf sie wirken, ist eine qualitative Forschung auf Grundlage der Grounded Theory geplant. Die Studie geht von einer klinischen Stichprobe aus, wobei Personen in akuten psychotischen oder suizidalen Zuständen ausgeschlossen werden.
Mitarbeitende
Frauke Baller, M.Sc.
Psychologische Psychotherapeutin (VT), M.Sc. clinical psychology, Doktorandin
Schwerpunkte
Weibliche Genitalverstümmelung/Beschneidung (FGM/C)
Flucht und Trauma
Sprachvielfalt in der Psychotherapie
Fabienne Führmann, M.Sc. Psych., MAS
Schwerpunkte
Psychiatrisch-psychotherapeutische Versorgung von schwersterkrankten Betroffenen
Gemeindepsychiatrische Versorgungsansätze
Peerbegleitung im Fluchtkontext
Halyna Kachur, M.Sc.
Schwerpunkte
Psychische Gesundheit von geflüchteten Menschen
Traumatisierung bei Geflüchteten
Interkulturelle Psychiatrie und Psychotherapie
Akkulturationsprozesse
Resilienz
Dr. rer. biol. hum. Julia Krieger, M.Sc. Psych.
Schwerpunkte
Recovery und Resilienzprozesse bei schweren psychischen Erkrankungen
Stärkung gesellschaftlicher Teilhabe
Sozialpsychiatrische Versorgungsforschung
Vera Mohwinkel, M.Sc.
Schwerpunkte
Interkulturelle Öffnung
Flucht und Migration
Postmigrative Stressoren
Transkulturelle Suizidalität
Dr. rer. biol. hum. Vanessa Rößner-Ruff, M.A.
Schwerpunkte
Gender und psychische Erkrankungen - Fokus Depression
Neurostimulationsverfahren bei psychischen Erkrankungen - Fokus Alzheimer Demenz
Beata Trilesnik, Dipl.-Psych.
Schwerpunkte
Migration, Flucht, psychische Gesundheit, Post-Migrative Stressoren, Diskriminierung/Antisemitismus, Akkulturation, Religiosität
Public Outreach
Fabienne Führmann
Ein Großteil der Menschen mit Fluchterfahrung in Deutschland ist von erheblichen Belastungen betroffen. Bei Nicht-Behandlung kommt es häufig zu Chronifizierungen, mit weiteren Folgekosten im Gesundheitssystem und einer erschwerten Integration Betroffener. Aktuell erhält aufgrund eines eklatanten Mangels an passenden psychotherapeutischen Angeboten nur ein Bruchteil der Geflüchteten mit psychischen Belastungen eine leitliniengerechte Gesundheitsversorgung (BAfF, 2019a).
Im Bereich der psychosozialen Versorgung legen Studien zu Peer Support nahe, dass Peerbegleiter*innen aufgrund ihrer besonderen Erfahrung und Rolle für schwer erreichbare Zielgruppen eine Brücken- oder Lots*innenfunktion haben können (Gillard et al. 2015).
Im Rahmen des Vorgängerprojektes „Entwicklung und Erprobung eines Peer-gestützten Ansatzes zur nachhaltigen psychosozialen Unterstützung traumatisierter Geflüchteter“ wurde ein Trainingscurriculum (Trainingskonzept, welches 15 Module mit insgesamt 120 Unterrichtseinheiten) zur Peer-Begleitung traumatisierter Geflüchteter entwickelt und erfolgreich pilotiert. Ziel des Projekts war es, im Rahmen einer Pilotstudie die bisher bestehenden Ansätze zur Peer-Begleitung sowie Ansätze zur Unterstützung traumatisierter Geflüchteter in einem Konzept zu vereinen, dieses in zunächst vier Bundesländern umzusetzen und die Pilotierung zu evaluieren.
Das aktuelle Projekt baut auf dem Pilotprojekt auf, um das erarbeitete Trainingskonzept weiterzuentwickeln und nachhaltig zu disseminieren.
Bundesweite Arbeitsgemeinschaft der psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer (BAfF; 2019a) Versorgungsbericht: Zahlen und Fakten zur psychosozialen Versorgung von Flüchtlingen und Folteropfern in Deutschland. Berlin.
Gillard, S., Gibson, S.L., Holley, J., Lucock, M. (2015). Developing a change model for peer worker interventions in mental health services: a qualitative research study. Epidemiol Psychiatr Sci. 24(5):435–45.
Vera Mohwinkel
Das refuKey-Projekt, initiiert 2017 als Kooperation zwischen dem Netzwerk für Traumatisierte Flüchtlinge in Niedersachsen e.V. (NTFN) und der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN), finanziell gefördert vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung, zielt auf die Verbesserung des Zugangs zur psychiatrisch-psychotherapeutischen Regelversorgung für Geflüchtete. Erstmals wurde in Niedersachsen dazu i.S. eine stepped-care Ansatzes eine strukturierte Zusammenarbeit zwischen etablierten psychiatrischen Fachkliniken und neu gegründeten Psychosozialen Zentren (PSZ) beschlossen. RefuKey-Mitarbeitende, die an beiden Standorten der so entstandenen „kooperativen Kompetenzzentren“ tätig sind, fungieren als verbindendes Glied zwischen diesen Instanzen, erleichtern bspw. die Koordination von ambulanter Vor- und Nachsorge und unterstützen den Ausbau transkultureller Kompetenz in den Kliniken, sodass eine zielgerichtete und bedarfsgerechte Versorgung geflüchteter Patient*innen möglich ist. Das Projekt wird begleitend evaluiert anhand eines mixed-method Designs.
Weiterführende Informationen: https://refukey.org/