Stabwechsel nach 27 Jahren

Verabschiedung des Direktors der Akademie für Gesundheitsberufe am Universitätsklinikum Ulm

Am 20. Februar 2025 empfing die Akademie für Gesundheitsberufe über 100 Gäste im Kapitelsaal des Klosters Wiblingen, um Prof. Dr. Karl-Heinz Tomaschko als Direktor der Akademie für Gesundheitsberufe am Universitätsklinikum Ulm (UKU) zu verabschieden und Lara Hinz als seine Nachfolgerin ab dem 1. April vorzustellen.

Bis auf den letzten Platz besetzt war der Kapitelsaal im Kloster Wiblingen, der laut Prof. Dr. Udo X. Kaisers „einer der schönsten Räume des Universitätsklinikums Ulm“ ist. Der Leitende Ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende am UKU begrüßte die Mitarbeitenden, Wegbegleiter sowie Kooperationspartner. In seiner Ansprache hob Prof. Kaisers die Gesundheitsversorgung als Domäne der Daseinsvorsorge hervor, die nur mit den Menschen für die Zukunft sichergestellt werden kann: „Ohne die Akademie könnten wir unsere Rolle in der Daseinsvorsorge für die Stadt, für die Region und für das Land nicht wahrnehmen. Die Akademie motiviert, qualifiziert und bereitet die Auszubildenden auf diese Tätigkeiten vor.“ So betonte Prof. Kaisers, dass Prof. Tomaschko in seiner Funktion als Leiter der Akademie in beeindruckenden 27 Jahren viel Weitsicht bewiesen und die Bedarfe und Potentiale im Gesundheitssystem erkannt hat. „Er hat seine Leitungsrolle in herausragender Art und Weise wahrgenommen sowie die Zukunfts- und Entwicklungsfähigkeit des Klinikums in ganz besonderer Weise unterstützt.“ Als moderne, vorbildliche Führungskraft war Prof. Tomaschko zu jeder Zeit präsent, Ratgeber in wichtigen Fragestellungen und dem Team der Akademie immer eine Stütze: „Prof. Tomaschko hat stets loyal und in verbindlicher Art und Weise für die Interessen der Einrichtung gekämpft.“ In unzähligen Bewerbungsgesprächen sorgte er für Nachwuchs in den anmutenden Mauern des Klosters Wiblingen.

Einen persönlichen Eindruck des Akademie-Direktors erhielten die Gäste durch Heike Sanchez Parra, Fachleiterin der Schule für Diätassistenz: „Prof. Tomaschko, Sie haben sich immer schützend vor, unterstützend hinter und begleitend neben Ihre Mitarbeitenden gestellt.“ 24 Stunden am Tag sei er für seine Kolleg*innen erreichbar gewesen und habe mit seiner humorvollen Art und dem Hang zum Geschichtenerzählen die ein oder andere Besprechung aufgelockert.

Als Visionär standen Akademisierung, Digitalisierung, Etablierung von Bildungspartnerschaften und die Einführung eines Marketings auf seiner Agenda. „Sie haben für das Universitätsklinikum Ulm eine Akademie geschaffen, erhalten und entwickelt, die über die Landesgrenzen hinaus für Qualität steht und als Kaderschmiede von Ulm bekannt ist“, so Frau Sanchez Parra. Stellvertretend für das Team der Akademie begrüßte sie anschließend Lara Hinz in ihrer neuen Position: „Auch mit der Entscheidung, Frau Hinz als Nachfolgerin zu empfehlen, hat Prof. Tomaschko für die Mitarbeitenden und damit für die Akademie gehandelt.“

Prof. Karl-Heinz Tomaschko erzählte in seiner Abschiedsrede Anekdoten aus seinen 27 Jahren und bedankte sich bei seinen Wegbegleiter*innen. Dabei erfuhren die Zuhörer*innen, dass schon sein Vorgänger Prof. Richard J. Brunner, der ebenfalls 27 Jahre das Amt des Direktors begleitete, seinen Arbeitsplatz als Schönsten im ganzen Klinikum betitelte. Und obwohl er eine wissenschaftliche Karriere hätte einschlagen können, haben ihn die Menschen an der Akademie dazu bewogen, die Stelle als Direktor anzunehmen. Prof. Tomaschko beschrieb die Entwicklung der Akademie von einer Art verborgener Schatz hin zu einer Einrichtung, die auf vielen Ebenen eng mit dem Universitätsklinikum Ulm verbunden sei: „Die räumliche, digitale und vor allem persönliche Vernetzung mit den Einrichtungen der Klinik ist die entscheidende Grundlage für den Erfolg.“ Die Akademie für Gesundheitsberufe habe sich seit 2004 stets vergrößert. Dies gelang nur mit dem Vertrauen der Vorstandsvorsitzenden und den finanziellen Mitteln, verwaltet von den kaufmännischen Direktor*innen. „Ich vertraue auch weiterhin darauf, dass zukünftig nicht nur vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels in das Wachstum der Akademie investiert wird.“ Prof. Tomaschko übergibt zum 1. April 2025 seine Aufgaben an Frau Hinz, die mit viel Energie, Engagement und Weitblick bereits seine Stellvertreterin war und 2004 ihren Abschluss an der Akademie mit einem 1,0 Schnitt absolviert hat. Er beendete seine Rede mit den Worten: „Was uns immer verbunden hat, war der Wunsch, das Beste für unsere Schülerinnen und Schüler und das Universitätsklinikum Ulm zu erreichen. Wenn ich den Blick nach vorne richte, weiß ich, dass die Akademie in guten Händen ist. Möge die Akademie weiterhin ein Ort der Inspiration, des Wissens und der Zusammenarbeit bleiben.“

Im Namen des gesamten Vorstands begrüßte Prof. Kaisers Lara Hinz als neue Direktorin der Akademie. Seit über 20 Jahren im Kontext des Universitätsklinikums Ulm tätig, bringe die langjährige Leiterin der Pflegeschule und stellvertretende Akademieleiterin insbesondere mit ihrer akademischen Ausbildung umfassende Erfahrungen für die Aufgaben als Direktorin mit: „Im Besonderen erfüllt Frau Hinz die Voraussetzungen für diese wichtige Aufgabe durch ihre Qualifikation, ihre Historie, ihre Verankerung und ihre besondere Empathie für die Lernenden und Lehrenden“, verdeutlichte Prof. Kaisers.

Lara Hinz bedankte sich für das entgegengebrachte Vertrauen und richtete in ihrer Ansprache einen Blick in die Zukunft. Zur Sicherstellung der Gesundheitsfachkräfte für das Universitätsklinikum Ulm und die Region steht für sie der Ausbau bestehender Kooperationen innerhalb des Klinikums und mit externen Partnern im Vordergrund, um Theorie- und Praxis-Transfer für eine qualitativ hochwertige Ausbildung weiterhin zu gewährleisten. Ziel sei es außerdem, die Ausbildungs- und Weiterbildungsangebote in allen Gesundheitsberufen zu erweitern. Dafür solle die Fort- und Weiterbildung organisatorisch an die Akademie zurückgeführt werden.
Auch die RKU-Integration samt ihren Ausbildungen trage zur Erweiterung bei: „Die Akademie wird weiter wachsen. Dazu brauchen wir räumliche Ressourcen. Um die Synergien vor Ort zu nutzen, kämpfen wir für Erweiterungen der Räumlichkeiten im Kloster Wiblingen.“

Ein zusätzliches Ziel sei die Zusammenarbeit mit weiteren Hochschulpartnern. „Karriere in einem Gesundheitsfachberuf ist nicht nur möglich, sondern auch nötig“, betonte Lara Hinz. Kooperationen mit der Hochschule Neu-Ulm und der Technischen Hochschule Ulm seien bereits gestartet und würden „den Standort Ulm durch die daraus entstehenden Synergien enorm bereichern“.
Für die Erweiterung der Digitalisierung und den Einsatz von KI in den zukünftigen Lehr-Lern-Arrangements benötigt die Akademie eine zukunftsfähige Infrastruktur. Lara Hinz freue sich, gemeinsam mit all denjenigen, die zum Schulbetrieb beitragen, die Zukunft zum Wohle der Auszubildenden – dem wichtigsten Gut der Akademie – zu gestalten.

Ihr Dank galt im Besonderen Prof. Tomaschko: „Sie waren für mich der Fels in der Brandung und hinterlassen große Fußabdrücke.“ Diese werde sie mit ihren eigenen Fußspuren füllen und dafür ihr Bestes geben.
 

Text: Jette Schleicher, Bildungsmarketing & Akademie Alumni an der Akademie für Gesundheitsberufe am Universitätsklinikum Ulm

v.l.n.r. Lara Hinz (Leiterin der Pflegeschule und zukünftige Direktorin der Akademie für Gesundheitsberufe), Christa Hohner (Kaufmännische Direktorin und Stellvertretende Vorstandsvorsitzende), Prof. Dr. Udo X. Kaisers (Leitender Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender), Heike Sanchez Parra (Leiterin der Schule für Diätassistenz), Prof. Dr. Karl-Heinz Tomaschko (Direktor der Akademie für Gesundheitsberufe)